Sebastian Scheid, geb. 1962

1980 -82: jährlich für 1-2 Monate in den Keramikwerkstätten Diana Rose, England und Dartington Potters Training Workshop, England tätig.
1983: sechsmonatiges Keramikpraktikum bei Ruth Duckworth, Chicago, USA.
1984: Beginn einer zweieinhalbjährigen Lehrzeit bei Tatsuzo Shimaoka in Mashiko, Japan.
Seit 1987 in Düdelsheim/Oberhessen tätig.
1988 – 96: alle 2 Jahre mehrmonatige Studienaufenthalte in Keramikwerkstätten in Japan u. a. bei Darice Veri und Masajuki Miyajima und Chikako und Masamichi Yoshikawa.

Auszeichnungen:
2010 Grassipreis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung
2020 Perron Kunstpreis der Stadt Frankenthal, Sparte Porzellan

Sebastian Scheid über seine Arbeit: „Meine Arbeiten zeigen ihre Materialität. Die Spuren der Bearbeitung sind stets sichtbar, man kann jeden Schlag mit dem strukturierten Kantholz oder jeden Schnitt mit dem dünnen Schneidedraht ablesen. Die Herangehensweise ist nicht die gleiche wie ein Keramiker, der ein Gefäß auf der Töpferscheibe entstehen lässt, sondern eher dem Bildhauer verwandt.

Ausgangspunkt ist bei beiden der massive Tonblock von dem ich durch Schnitte oder mit Spachteln und Messern etwas wegnehme oder den ich mit kontrollierten Schlägen in seine spätere Form bringe, während auf der Scheibe Volumen durch Rotation und Druck der Hände entsteht. Die Erkundung des Materials ist für mich sehr spannend, was passiert mit dem Ton bei einem Schlag mit dem Kantholz? Was für einen Einfluss hat die Festigkeit des Tons oder die Wucht des Schlages? Ist das Ergebnis Zufall oder zielgerichtet? In diesem Spannungsfeld entstehen die mit dem Kantholz geschlagenen Arbeiten.

Bei den Arbeiten der Atrium-Reihe geht es wie der Titel schon sagt um Hof, Innenhof oder Platz. Diese Kleinarchitekturen variieren die Verhältnisse von Innen und Außen, von Sanft und Rauh und von Dick und Dünn.

Stets entstehen auch Arbeiten auf der Töpferscheibe wie die großen Schalen, sie erfordern ebenfalls ein hohes Maß an handwerklicher Fertigkeit. In ihrer reduzierten rotationssymetrischen Form strahlen sie eine große Ruhe aus.“